HMS Wolf 1:96, ein Papiermodell von Shipyard

  • ich auch nicht.... leider.

    Würde aber mal im Harland nachsehen, ob da was zu drinsteht.


    aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Bau es so wie es dir am besten gefällt und strick dir da eine Geschichte drum herum. Hab ich so bei meinem Papegojan-Diorama gemacht. Das ist auch nicht komplett rund, weil ich da ja gar keine Segel angeschlagen habe, aber ich finde nach wie vor die Geschichte mit dem verlorenen Anker und dem neuen Großsegel toll.
    Das nur mal so von mir als Denkfutter.:wink:

  • Mit oder ohne untergeschlagene Segel wurde erst das Laufende getakelt und je nach Tau an Deck belegt. Je nach dem wurden z.B. die Blöcke der Schoten zur Rah aufgeholt und dort gesichert, sodaß man sie wenn das Segel an der Rah fest war sofort anbinden konnte. Die Segel wurden an die Rahen angeschlagen, dann kamen die zugehörigen Seile dran und dann konnten die Rahen auf Höhe gehißt werden, und die Segel wurden dann, wenn mann noch nicht ablegen wollte untergeschlagen. Das dürfte ein nicht ganz einfaches Geschäft gewesen sein. Zumindest solange bis das jeweilige Segel mit seinem Laufenden versehen und damit kontrolliert werden konnte.


    Wie Bonden schon schrieb kannst Du Dir eine Geschichte dazu ausdenken und dementsprechend die Lappen unterbringen. Spannend wäre z.B. das Anschlagen des Groß zu zeigen, also mit abgefierter Großrah in Arbeitsposition. Soweit ich weis wurden die Obersegel als erste angeschlagen. Das waren nicht so große Tuchmengen wie die Untersegel und dann war man die Lappen los, wenn man die großen Untersegel an Bord nahm und dann anschlug.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Aye, Peter,


    da gestern das Wetter so schön diffus war gab es die Gelegenheit dieses Photo zu machen. Das ist das Rigg der HMS Pegasus die ich vor 15 Jahren gebaut habe. Hier ist das sozusagen der Zustand indem das Schiff fertig aufgeriggt am Kay liegt und die Segel noch an Bord gebracht und angeschlagen werden müssen.

    Guck bitte nicht so genau hin. Das ist ein aufgepimptes Bausatzmodell, und das Rigg habe ich nach Bauanleitung und den Hinweisen im Mondfeld getakelt. Solche Schätzchen wie den Schrage habe ich erst beim nächsten Neubau, der HMS Agamemnon, kennen gelernt.



    Best regards

    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Vielen Dank für alle Ideen und Tipps.

    Das mit der Geschichte gefällt mir! Komme dann ev. noch mit Detailfragen auf Euch zu, wenn es denn soweit ist!

    Angarvater: Tolles Modell! Die Flagge ist bei Deinem Modell schon gesetzt. Ist das realistisch oder künstlerische Freiheit?

    Bin derzeit dran, die Gaffel zu takeln. Schon hier eine Menge Arbeit, wie wird denn das erst bei den Rahen?:wf:

    Also bitte Geduld, ich bin nicht untätig:pf:


    Beste Grüsse

    Peter

  • Aye, Peter,


    für mich liegt die Pegasus nach Verproviantierung und Ergänzung im Hafen und wartet auf die Besichtigung durch den Geschwaderchef. Und solange sie im Dienst ist, und insbesondere im Hafen liegt, führt sie die Flagge.

    Selbst die Victory führt zumindest die Nationale am Großtop. Nun ja, Skiern ist ja immer noch im Dienst.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Hallo Angarvater


    Das ist eine schöne Interpretation. Was dagegen, wenn ich diese ev. so übernehme?


    Hallo Freunde

    Derzeit geht es langsam weiter hier. Das Ausrüsten der Rundhölzer nimmt sehr viel Recherche- und auch Bastelzeit in Anspruch. Zudem ist meine Bastelzeit derzeit etwas knapp bemessen, also einfach langsam Schritt für Schritt.
    Dabei habe ich als erstes die Gaffel getakelt.
    3 Paare Dempgordings-Blöcke, einscheibige Blöcke, an die ein Auge eingeknotet wird, werden jeweils mit einem Taukranz in genau definierten Abständen an die Gaffel gelascht.
    Ein Augbolzen wird direkt hinter der Gaffelklaue auf der Oberseite angebracht, an diesem wird dann der Block für das Fall eingehängt.

     


    In der Mitte der Gaffel wird an der Oberseite ein Block für das Piekfall montiert. Das Piekfall selber bereite ich auch vor, es wird später über das obere Ende der Gaffel gestreift. Auch bereits vorbereitet, aber noch nicht auf den Fotos sind zwei Blockpaare die ebenfalls über die Piek gestreift werden. Sie dienen der "Umleitung" der Kreuzbam- und Kreuzmarsbrassen.

    Das Rack bereite ich auch vor. Für die Klotjes verwende ich feine, ca. 1,3mm grosse Gummiperlen, die ich normalerweise im Geschäft brauche.


    Sie werden normalerweise verwendet um beim Aufziehen hochwertiger Steinketten auf Litzen zwischen die Steine eingeschlauft zu werden um die Steine vor gegenseitiger Beschädigung zu schützen. Als ich das letzte mal eine solche Steinkette aufzog fiel es mir wie Schuppen von den Haaren, dass sich diese perfekt für Klotjes eignen würden



    Fortsetzung folgt!

  • Mittlerweile ist die Gaffel an Bord.Etwas knifflig war das Durchziehen des Racks zwischen dem Schnaumast und dem Mast, aber irgendwie ging es letztendlich.



    Zuerst wird das Fall angebracht. Von einem Einscheibigen Block, der am Augbolzen oberhalb der Gaffelklaue eingehakt wird läuft das Fall durch einen Doppelblock an der Saling, zurück zur Gaffel und wieder durch den Doppelblock. Zuletzt wird die Tampe an der Nagebank am Mastfuss belegt.

    Das Piekfall wird wie im letzten Beitrag beschrieben über die Piek gelegt, durch einen Doppelblock am Eselshaupt, dann durhc den Block in der Mitte der Gaffel und wieder zum Eselshaupt geführt. Dieses Fall soll nun laut Schrage BB an der Rüste durch einen Augbolzen geschoren und dort belegt werden. Das kommt mir irgenwie ziemlich komisch vor, kann mir das jemand der Experten vielleicht genauer erklären?

    Nach dem Piekfall wird das erste vorbereitete Blockpaar für die Kreuzmars-Brassen über die Piek gelegt, anschliessend werden die beiden Brassen angelegt. Nach diesen folgt das Blockpaar für die Kreuzbram-Brassen und zuletzt die Geerden.

    Letztere bestehen aus einem Tau an dessen Enden jeweils ein Doppelblock eingespleisst wird. Sie wird um die Piek gelegt, dass die beiden Schenkel gleich lang sind. Auf Deck werden beidseitig je ein Block in einen Augbolzen gehakt. Mit einer Talje werden die Geerden steif gesetzt. Sie dienen dazu, die Gaffel "in den Wind zu stellen". Dann ist jeweils nur die Geerde auf der Lee-Seite steif gesetzt. Ist die Gaffel nicht unter Segel, so wird mit den Geerden die Gaffel in der Mitte gehalten.


     



    So viel für diesmal!

    Beste Grüsse

    Peter

  • Aye, Peter,


    Ideen sind wie Schiffe die sich auf Reisen begeben. Die einen brauchen einen Hafen den sie anlaufen, und die anderen jemanden der sie aufnimmt und vielleicht verwendet oder weiterentwickelt. Also: immer zu!


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Dieses Fall soll nun laut Schrage BB an der Rüste durch einen Augbolzen geschoren und dort belegt werden. Das kommt mir irgendwie ziemlich komisch vor, kann mir das jemand der Experten vielleicht genauer erklären?

    Ahoi Peter,


    ich hab mir die entsprechende Passage im Schrage durchgelesen. In Verbindung mit dem Belegplan (Abb. 452) wird das schon deutlich. Da sieht man die Belegstelle auf dem Rüstbrett an Backbord. Also einen Augbolzen in das Rüstbrett hinter die Wantjungfern gesetzt, Tau durchziehen und an sich selbst befestigen.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass dir das komisch vorkommt, und vielleicht ergibt das bei deiner Wolf auch einen Knick im Tau irgendwo an der Marsplattform. Ich kann dir nur berichten, wie ich das gemacht habe: Ich habe mir überlegt, dass so ein Baum schon ein ordentliches Gewicht hat. Um den hochzuziehen, braucht es Kraft und die Nutzung des Flaschenzugprinzips. Ok, letzteres wird durch die "Hin- und Her-Führung" des Falls durch die beiden Blöcke am Eselshaupt bzw. der Gaffel ein Stück weit erreicht. Ob das aber ausreicht - jedenfalls habe ich dem Fall an seinem Ende eine Arbeitstalje gegönnt. Diese habe ich in einen Augbolzen dicht am Besan eingehakt und die Talje nach dem Steifsetzen um sich selbst befestigt. Vielleicht ist das ja für dich auch eine machbare Variante.


    Gruß


    Bonden

  • Vielen Dank Bonden! Nun, ich denke, das Gewicht ist beim Piekfall deutlich kleiner als beim Gaffelfall. Das Piekfall hat ja bereits einen "Knick" dadurch, dass der Block am Eselshaupt ja relativ nahe der Mars ist und das Fall zwischen MArsplattform und Schnaumast hindurchgezogen werden soll. Werde mir heute Abend die Varianten mal genauer ansehen. Das Belegen an einem Augbolzen nahe dem Mastfuss erschiene mir aber deutlich logischer. Ob mit oder ohne zusätzlichem Flaschenzug.


    Beste Grüsse

    Peter

  • Mit dem Knick meinte ich einen Knick im Tau, wenn es durch das Soldatenloch runter zur Rüste läuft. ;)

    Schon verstanden, ein solcher Knick entsteht eben bereits durch die Führung des Falles vom Doppelblock am Eselshaupt durch das Soldatenloch am der Marsplattform. Ich gehe aber davon aus, dass das im Original nicht so war und heir einfach daher rührt, dass das alles nciht absolut Massstäblich dargestellt werden kann, 1:96 und alles unterbringen, das geht einfach nicht. Vlt. hätte ich da stilisieren und improviesieren sollen. Aber nun ist es so und ich bondne es nicht mehr:wf:


    Beste Grüsse

    Peter

  • Bonden

    Hat das Label Im Bau hinzugefügt
  • Ahoi Freunde


    Nein ich war nicht untätig. In jeweils kurzen Bastelabschnitten geht es stetig weiter. Aber die sichtbaren Fortschritte sind halt nicht so grossartig dass es sinnvoll ist jeden Schritt zu zeigen, zumal diese Schritte hier schon von weit grossartigeren Schifflebauer detailliert gezigt wurden.
    Wenn ich das jetzt etwas zusammengefasst zeige dann aber auch darum um Euch nicht auf jeden Fehler, jede Vereinfachung und jedes Hadern aufmerksam zu machen.blackeye

    Es geht nun mit dem Rundholz quasi in die dritte Dimmension, sprich an die Rahen. Diese zu bestücken ist eine grosse Geduldsarbeit, die mich derzeit auch etwas langsamer vorankommen lässt, da mir selbige (also die Geduld nicht die Arbeit) derzeit etwas abhanden gekommen ist. Vielleicht finde ich sie wieder, wenn ich das nächste mal unterm Tisch herum krieche und einen 2mm-Block suche:lol

    Spass beiseite. Die erste Rah, die Fockrah:
    Hier gehen die Angaben zwischen BA und Schrage wieder ziemlich auseinander. Die MAsse übernehme ich mal aus der BA. Zusätzlich bringe ich eine Rahschalung, abgewickelt aus 0,2mm-Karton, an.




    Die Fockrah wird als einzige bei diesem Modell mit Leesegel-Spieren ergänzt. Für die Leesegelbrillen verwende ich entsprechen zugerichtete Augbolzen. Die Beschlagbänder male ich lediglich mit einen feinen Pinsel und schwarzer Acrylfarbe auf. Ich finde die Wirkung recht gut.


     

    Nun folgen eine grosse Anzahl an Blöcken. Ich richte mich dabei nach der Bauanleitung, da ich beschlossen habe, den Rest der Takelung auch nach dieser zu richten. Das ständige vergleichen, abwägen, vorausrecherchieren was benötige ich wenn ich es auf diesem Weg machen möchte, kostet mich derart viel Zeit, die ich lieber anders nutzen will, dass ich mich dazu entschlossen habe. Es darf auch nicht vergessen werden dass das Modell im Massstab 1:96 ist und sehr viele Details nicht zu sehen sein werden, bzw. nur vom absoluten Fachmann erkannt werden.:wf: Zuletzt werden noch die Fusspferde angebracht. Auf einer Gesamtlänge von knappen 13cm ist das eine ganz schöne Menge die da angebracht werden soll...




    Über das Rack schweigt sich die BA einmal mehr komplett aus, es ist auch nur leicht angetönt. Also doch wieder nach dem Schrage bauen... Dazu verbaue ich das erste selber hergestellte Tau in 0,4mm.




    Ein nächstes Shipyard-Misterium ist das Drehreep. Laut BA sollte dieses eine Stärke von 0,2mm haben, original also knappe 2cm. Für ein Drehreep??? Also doch wieder Schrage. Und richtig wenn ich das hier anschaue und nachrechne komme ich auf 0,75mm. Erscheint mir irgendwie logischer. Nun habe ich aber die bereits montierten Blöcke auf 0,5mm aufgebohrt. Also Operation am offenen Herz, Nahchbohren am Modell....uiuiuiiii. Ging aber irgendwie doch und ich konnte die fertige Fockrah endlich am Mast anbringen...


     

    (Die Hahnepoten werde ich noch etwas nachspannen müssen. Aber erst, wenn alles andere fertig ist... )

    Nun geht es als nächstes ans Takeln der Rah. Danach folgen nochmals 5 Stück... Also Geduld ist angesagt!

    Vorerst mal noch einen Gesamteindruck.


     

    Beste Grüsse
    Peter

  • Saubere Arbeit, Shipwright.


    Hahnepoten zum Schluss durchzusetzen ist für mich immer ein fast triumphaler Abschluss. Außerdem sieht das klasse aus.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.