HMS Wolf 1:96, ein Papiermodell von Shipyard

  • Anoi Bonden

    Verstehe ich das richtig, du hast den Stengetopp aus den Kartonstreifen gebastelt und dann auf das Rundholz geklebt? Wenn ja - was gibt dir die Gewissheit, dass dieser winzige Klebepunkt die später da von allen Seiten wirkenden Zugkräfte aushält?

    vertrauen?...

    genau!

    Erstens habe ich mir ehrlich gesagt keine allzu grossen Gedanken dazu gemacht:pf: und zweitens bin ich nach wie vor der Meinung, dass das ganze ja zumindest schon einmal gehalten hat, nämlich beim Modell auf der Abbildung von Shipyardsearch

    Deine Bedenken mögen aber durchaus berechtigt sein. Wir werden sehen!


    Beste Grüsse

    Peter

  • Nur das noch zum Thema: Als ich 2019 bei der Intermodellbau in Dortmund am Shipyard-Stand dieses Thema ansprach, erzählte mir der nette Sohn des Entwicklers der Modelle, dass sie einen Metallstift zwischen Mast und Topp gesetzt hätten, um für Stabilität zu sorgen. Ok, in dem Fall sind meine Bedenken vielleicht unberechtigt...


    Edit: Bedenken werden wieder ausgepackt. Das mit dem Metallstift war ein Irrtum - gut, dass ich mir (und der Welt - Stichwort Homepage:D) das gleich nach der Rückkehr aus Dortmund aufgeschrieben habe. Er meinte vielmehr, er hätte da einen ganz tollen Sekundenleim, der für die nötige Stabilität sorgen würde. Hmm, ok. Ich bleibe dabei: Eine derartig kleine Klebefläche, und außerhalb dieser Klebefläche zumindest in einen Richtung nur Karton, und dann Zugkräfte in alle Richtungen - ich empfehle auf jeden Fall immer auf eine sehr, sehr ausgewogene Kräfteverteilung zu achten. ;)


    Aber, Peter_H , ich kenne so viele tolle Modelle von dir - du packst das schon. fr18

  • Danke Bonden

    Speedy Ich werde schweigen!miffy


    Ahoi Seeleute

    Seit dem letzten Beitrag habe ich insgesamt etwa 5 Stunden an der Wolf gesessen und habe dabei gerade mal 5 Blöcke angebracht.
    Die Bauanleitung zeigt zwar auf einzelnen Detailzeichnungen, dass an den Mars-Unterseiten Blöcke sind, aber leider nur in einer Dimension.
    Das heisst also, dass man zu jedem Block erstmal die Funktion auf allen Planseiten zusammensuchen muss, dann in Büchern recherchieren, ob diese Taue nun auf der Höhe vor, neben oder hinter dem Mast sind, und ob sie beidseitig gleich sind, oder ob einzelne Blöcke nur auf einer Seite sind. Da es aber zu diesem Schiffstyp keine Literatur gibt, muss ich das aus dem Marquardt raussuchen, abschätzen, ob das so auch auf diesen Schiffstyp übertragbar ist, etc.... Und das ganze dann noch in einem Massstab, der für mich als Süsswassermatrose grenzwertig ist (Nein, als Goldschmied sollte man das nicht automatisch auch können nono)

    Leute, ich will Modelle bauen und nicht eine Professur in Recherchearbeit machen.

    Für mich gibt es derzeit eine Anzahl von Optionen.

    1. Vielleicht finde ich irgendwo einen aussagekräftigen Takelplan für DIESEN Schiffstyp, wo auch in allen Dimensionen ersichtlich ist, wo die passenden Blöcke sind. Gelingt mir das, wird das Modell wie geplant fertig gebaut.

    2. Ich werde mir ein anderes Modell in einem grösseren Massstab (dann wohl eher Holz) vornehemen, und da bei der Auswahl eins aussuchen, das flüssig zu bauen ist, inkl. Takellage. Von einem solchen Modell verspreche ich mir, dass ich die Takellage zu verstehen lerne und so dann die Wolf zumindest annähernd improvisierend zu Ende führen kann.

    3. Ich werde das stehende Gut zu Ende bringen und die Wolf als Unvollendet, aber zumindest mit den fertigen Ausmassen in die Vitrine stellen, denn gefallen tut mir das Modell nach wie vor extrem gut und der Gedanke, sie nicht zu Ende zu bauen macht mich etwas traurig.

    Kurzfristig ist hier aber erstmal wieder Pause. Ich werde mich jetzt mal auf die Suche nach Takelplänen machen, auch in anderen Foren.
    Bis demnächst an anderer Stelle!
    Beste Grüsse

    Peter

  • Ahoi Peter_H ,


    ich antworte mal mit einem kleinen Gedicht von Eugen Roth:

    ;)


    Ich werde dir mal zwei recht aussagekräftige Bilder aus einem Buch einscannen und per privater Nachricht zusenden, zusammen mit ein paar Erläuterungen. Ich denke, damit kommst du weiter. Gib mir nur ein klein wenig Zeit dafür, ok?

    Wäre doch schade, wenn dieses wunderschöne Modell nicht fertiggebaut werden würde. :sun:


    Viele Grüße


    Bonden

  • Hallo Ihr beiden


    Nein, Aufgeben ist wirklich keine Option. Vielleicht wird sie einfach nicht so vollendet, wie ursprünglich geplant!

    Ich hoffe nach wie vor, FÜR MICH brauchbare Unterlagen zu finden. Das Hauptproblem ist, dass dieser Schiffstyp kaum beschrieben wird, zumindest nicht in Deutsch und/oder verständlichen Skizzen. Wäre es eine Fregatte, hätte ich schon 100-fach sehr brauchbares Unterlagenmateriel gefunden...


    Ich hoffe immer noch, das Modell irgendwann fertig zu bauen. Aber vielleicht ist es ganz sinnvoll, mal was grösseres (vom Massstab her) dazwischen zu schieben um die Funktion der Takellage besser verstehen zu lernen.

    Ich bleibe dran!


    Beste Grüsse

    Peter

  • Never surrender!

    Hoffe das Bonden Dir mitden Scans helfen kann.

    Bei den Bauanleitungen ist es so oft so, das man zu oft "Rate mal mit Rosenthal" hat.

    Nicht nur bei Schiffsmodellen.

    Das wird schon.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Aye, Peter,


    ich habe auf dem Zeichenboden der Werft die Pläne für die USS Niagra liegen. Eine 1810 gebaute Brigg. Die Takelung könnte für die der Wolf passen. Wenn es nötig ist kann ich da passendes einscannen und Dir senden.


    Sag Bescheid wenn das gebraucht wird.


    Cheers!

    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Vielen Dank Angarvater ! Da ich plane ein Holzmodell dazwischen zu schieben, werde ich da auf jeden Fall etwas in der Art der Wolf, aber in grösserem Massstab und mit besserem Takelplan auswählen. Ich habe da schon zwei FavoritenpleasantryDa hätte ich dann eine recht gute Grundlage, die Wolf zu einem anständigen Ende zu bringen!


    Mehr dazu dann aber, wenn es soweit ist.


    Beste Grüsse

    Peter

  • Ahoi Seeleute


    Entgegen vorheriger Ankündigungen, geht es hier nun doch weiter. Irgdenwei hat mich das Fieber wieder vollkommen gepackt...pleasantry

    Mittlerweile bin ich aber so weit, dass mir Spass und optik wichtiger sind als dass alles korrekt ist, insofern kann es durchaus sein, dass Details nicht zu Ende recherchiert sind und einfach gebaut werden. (War ja bisher nicht wirklich anders...)

    Ich werde aber auch mit dem Bau eines Holzmodelles von einem ähnlichen Typ beginnen und dort dann sicherlich einige Ideen holen. Daher wird wohl @Bonden mit seiner Mercury doch noch vor mir fertig werden:wf:

    Vorerst ging es mal weiter mit besagten Blöcken auf den Mars Unterseiten und den Hahnepoten.
    Letztere werden mit einer Talje am Stag befestigt und das Tau von der Mars durch die Spinnenjuffer "gewoben".

     


     


    Im nächsten Schritt werden dann die Jungfern auf der Mars angebracht, dann kann es schon bald mit dem definitiven Setzten der Stengen los gehen. (bisher sind sie nur zur Aufpeppng der Optik "trocken" aufgesetzt.)

    Bis zum nächsten Mal, beste Grüsse

    Peter

  • Daher wird wohl Bonden mit seiner Mercury doch noch vor mir fertig werden

    Hmm, mal sehen. Aber wohl eher nicht. fr21

    Peter, du hast eine aus meiner Sicht richtig gute Entscheidung getroffen. Jawohl, bau weiter! Und Spaß und Optik auf der einen und historische Genauigkeit auf der anderen Seite müssen sich ja nicht an allen Punkten gegenseitig ausschließen. Ich habe gelesen, dass du den Schrage hast. Dann zieh dir auf Seite 137 den Text auf der rechten Spalte, bis zum Absatz "Großsegel" rein. Ganz genau so ist es! Und auch noch heute! Für alle Nicht-Schrage-Besitzer die Kurzfassung: Die Schiffe damals waren unterschiedlich, die Literatur darüber aus der damaligen Zeit ist nicht immer exakt übereinstimmend aussagekräftig, jeder Schiffsführer bzw. sein Segelmeister hat die Führung des laufenden Gutes den jeweiligen Erfordernissen angepasst. Und aus sehr persönlicher praktischer Erfahrung kann ich das nur bestätigen: Auf meinen alljährlichen Törns auf dem Dreimaster Hendrika Bartelds habe ich jedes Jahr (also ab dem zweiten Törn...) aufs Neue gestaunt, dass wieder diese und jene Taue plötzlich auf ganz anderen Belegnägeln lagen als noch im Jahr zuvor. Je nachdem, wie die im jeweiligen Jahr anwesenden Matrosinnen und Matrosen meinten, dass es am besten sei. Hauptsache, dass es einer guten und möglichst problemfreien Bedienung der Takelage dient - und das war komischerweise in jedem Jahr der Fall, wir als temporäre Crew mussten es eben nur möglichst schnell lernen. Haben wir auch problemlos. fr18

    Nun noch zu deinem Modell: Nur nochmal nachgefragt: Willst du es mit Segeln zeigen? Auf jeden Fall steht mein Angebot: Ich helfe dir bei der Takelage - und keine Bange, ich werde das ganz pragmatisch machen und keinesfalls nach dem Motto "aber für dieses Taljereep musst du linksgeschlagenes Hanftau der Sorte XYZ nehmen, welches im dreizehnten Mond des Jupiter von chinesischen Jungfrauen durch das Wasser des Yangtze gezogen und dann mit dem Morgentau der aufgehenden Drachensonne dreimal gegen den Wind gewedelt wurde". :D

    Egal ob mit oder ohne Segel. ;)



    In diesem Sinne: Weitermachen, ja! Deine Hahnepoten sehen toll aus. Und hier ist es höchst einfach, das noch ein wenig historisch korrekter zu gestalten: Die gehören zum stehenden Gut, da kannst du also noch mit irgendeiner dunklen Farbe über die Taue pinseln.:)

    Viele Grüße

    Bonden

  • Sehr guter Entschluss von Dir dein Schiff weiterzubauen! Der Bau sieht gut aus und macht Dir soweit ich das mitbekommen habe viel Spaß.


    Da fällt mir aus "alten Zeiten" eine Anekdote ein: Ich habe mal als eines der ersten größeren Schiffe nach langer Pause einen Kutter gebaut. Die William von GK. Wenn ich beim Bau in die beiden relevanten Foren reinsah kam mir mein Schiffchen als nicht gerade korrekt gebaut vor. So merkte ich denn an: Beim nächsten mal mache ich es besser. Und da kam die mir sehr angenehme Stellungnahme eines Forummitgliedes: Was soll das? Soll doch erst mal einer kommen der das besser machen kann.


    An Sonsten hat Bonden völlig recht. Selbst auf modernen Großschiffen werden viele Dinge im täglich Schiffsbetrieb an die Anforderungen der Fahrensleute angepaßt.


    Angarvater



    P.s. Unstimmigkeiten und Ungenauigkeiten bei Plänen und Unterlagen? Meiner Erfahrung nach der Standardfall. (siehe auch hier wieder Bonden). Da gibt es an manchen Stellen höchst ausführliche Diskussionen über die "richtigen" Bestandteile so eines Schiffes. Aber auch hier gilt für mich das Wort: jeder werde nach seiner Fasson selig.


    Ach ja noch eins dazu. Baue mal ein Modell aus der Tudorzeit. Davon gibt es nämlich weder Takelanweisungen noch vollständige Konstruktionsunterlagen die aus der Zeit stammen, sondern nur Rekonstruktionen anhand von Gemälden , Votivschiffen oder den dokumentierten Arbeitsverfahren späterer Epochen, mit dementsprechend unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Darstellungen. Gemälde, selbst die des auch von mir hoch geschätzten van de Felde, sind Kunst und keine Konstruktionsunterlagen. Na und, ich baue dann so wie es mir als mögliche konstruktive Lösung der Aufgabe Segelschiff sinnvoll erscheint.


    Beste Grüße und weiterhin viel vergnügen am Modellbau.


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Ich als mäßig begabter Zeichenknecht kann mich da den Werft-Granden nur anschließen. Mach Dich nicht unnötig verrückt wegen der Detailtreue. Bei Euch sieht man zwar mehr, als im Endeffekt auf einer Comiczeichnung, aber letztlich gibt es immer Grenzen. Und die zuerkennen und zu akzeptieren ist glaube ich die Grundlage für Arbeiten mit Spaß. Und für meinen Wissenstand sieht Dein Wölfchen bis jetzt ganz stimmig aus. :thumb2:

  • Ahoi Seeleute


    Vielen Dank für die aufmunternden Worte! Ich glaube, ich usste da selber mit mir ins Reine kommen und akzeptieren, dass Wille, Können und Wissen nicht immer übereinstimmen. Und ich denke, diese Erkenntnis und meinen Entscheid, die Wolf so zu bauen, dass es Spass macht und für mich gut aussieht war auch richtig.

    Bonden Danke für die Hinweise. Die Textstelle habe ich gelesen und sie hat mich bestärkt!

    Was die hahnepoten angeht, so ist Dein Argument einleuchtend, aber dennoch ist mehr als die gefühlte Hälfte der Modelle im Netz mit hellen Hahnepoten ausgestattet. Werde mal mit Reststücken versuche machen, ob sich das Material denn auch zufriedenstellend einfärben lässt. Runterreissen werde ich sie nicht:D:wf:

    Angarvater Ja, ich glaube selber ist man immer sein grösster Kritiker

    letztlich gibt es immer Grenzen. Und die zuerkennen und zu akzeptieren ist glaube ich die Grundlage für Arbeiten mit Spaß.

    Wei wahr! Sehr schön ausgedrückt, vielen Dank!


    Hier geht es demnächst weiter, sobald meine Bemohungen wieder sichtbare Fortschritte zeigen!


    Beste Grüsse

    Peter