HMS Wolf 1:96, ein Papiermodell von Shipyard

  • Danke Oeli und Aga,vielen Dank auch allen Likern!


    Ahoi Seeleute


    Als nächste Baugruppe war das Gangspill dran. Nebenan hat mich ein Kollege darauf aufmerksam gemacht, dass unter diesem normalerweise schwarz gestrichene Eichenplanken zur Verstärkung des Decks lagen. Da das doch ein recht markantes Detail ist, habe ich diese ergänzt.



    Das Gangspill selber habe ich aus dem LC-Satz gebaut und hatte damit keine Probleme. Es ist recht detailliert und entspricht ziemlich genau dem, was Mondfeld in seinem Buch zu zeitgenössischen britischen Gangspills zeigt.



    Und so sieht das Teil an Bord aus.



    Schönes Wochenende und freundliche Grüsse
    Peter

  • schnuckelig, dieses Spill.


    aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Ahoi Peter,


    schmuckes Teil, ich kann das ja voll nachvollziehen, denn ich hatte auch viel Spaß beim Bau des Gangspills bei meiner Mercury.
    Was mir aber sofort ins Auge - nein, in beide Augen - sticht, ist der Lukendeckel vor dem Gangspill. Aufgemalte Augbolzen? Geht doch wohl mal gar nicht bei deinem ansonsten ja unstreitig in 3D ausgeführtem Modell! ?( Da würde ich dringendst empfehlen, ordentliche Augbolzen einzusetzen; die aufgedruckten Ösen empfehle ich zu übermalen. ;)


    Gruß,


    Bonden

  • Vielen Dank Oeli für den :thumbup:
    Christian, Aga und Bonden, Euch herzlichen Dank für die Komentare, die einem immer wieder einen neuen Motivationsschub geben!
    @Bonden: An den Augbolzen arbeite ich!


    Ahoi Seeleute


    Wegen dem Vater-Sohn-Projjekt geht es hier etwas langsamer voran. Aber es wird!


    Zunächst habe ich nach Bauplan das Deck mit Augbolzen verunstaltet. Sicherlich kommt noch der eine oder andere dazu, aber alle, die jetzt bereits angebracht werden verursachen beim späteren Montieren, wenn das gesamte Deck vollgestopft ist, keine Schäden mehr.


    Dann waren die Wasserpumpen dran. Der Zusammenbau aus den LC-Teilen bereitet auch hier keine weiteren Schwierigkeiten.
    Den Pumpenkolben, der aus dem Karton filligran gelastert ist, sieht etwas statisch aus. Ich ersetze ihn durch einen 0,4mm Draht.


    An Bord sind sie etwas von dem Kleinvieh, das Mist macht. Kleines Detail, mit denen sich das Deck langsam füllt




    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Ahoi Seeleute, insbesondere @Bonden


    Danke für die Däumchen!


    Ich habe mich der Augbolzen auf den Lukendeckeln erbarmt. Dazu habe ich erst die Teckeltextur am Computer so geändert, dass die aufgedruckten Augbolzen weg sind und dann das ganze auf 80g-Papier ausgedruckt. Damit habe ich dann die bestehenden Lukendeckel überklebt.
    Die Augbolzen und Ringe habe ich aus 0,4mm Draht gefertigt, die Lukendeckel entsprechend gebohrt und die Bolzen eingeklebt.


    Ich bin einverstanden mit Eurem Einwand, aber urteilt selbst!


    vorher nachher



    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Danke Männer!


    Ahoi Seeleute


    Weiter geht es mit der Bestückung des Decks.
    Als erstes sind die....hmmmm, wie heissen wohl die Dinger? Ich habe mir einen Wolf gesucht und nirgends eine Bezeichnung gefunden...
    naja, also einfach diese Stützen, auf die ein Beiboot, die Riemen und die Ersatzrahen gelegt werden, dran. Sie werden aus zwei LC-Teilen zusammengeklebt, bemalt und angebracht, keine Hexerei.



    Dann folgen die Grossmast-Betinge. Die verbindende Geduld wird jeweils mit 9 Belegnägeln versehen. Diese fertige ich aus 0,6mm Stahldraht, die Kopfüber mit jeweils einem Tropfen Weissleim versehen werden, Nach dem Trocknen eingefärbt sehen die doch einigermassen nach dem aus was sie sein sollten. (ausser im Makro )
    In den Betingen selber werden am Fuss jeweils zwei Scheiben eingearbeitet indem die Stützen aus insgesamt 5 Schichten zusammengeklebt werden.



    Zum Schluss werden die fertig eingefärbten Teile vor und hinter dem Mastloch auf das Deck geklebt.



    Und so sieht das in der Totalen aus.



    So, nun wird hier eine kleine Baupause eintreten, da wir am Samstag für 10 Tage in den jährlichen Familienurlaub fahren und davor wohl nicht mehr viel sehenswertes gebastelt wird. Dieses Jahr wird der Urlaub wieder mal ein wenig maritim :D


    Bleibt schön brav, bastelt fleissig weiter, ich werde Euch schon im Auge behalten search


    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Danke Oeli!
    Und damit Du Dich nicht so alleine fühlst in der Werft, geht es hier auch weiter!


    Ahoi Seeleute


    So, zurück aus Korsika, erholt und am liebsten noch länger geblieben, aber eben, auch ich kann nicht endlos auf der Insel bleiben...


    An den letzten Abenden habe ich mich wieder um mein Wölfchen gekümmert.
    Die Fockmastbetinge waren baugleich den Grossmastbetingen, daher unspektakulär.
    Ebenso die Ankerbeting. Diese wird auf dem Hauptdeck befestigt, die Betingknie liegen auf dem Backdeck auf, so wird wohl eine optimale Stabilität bei grossem Zug erwirkt.
    Zwischen Mast- und Ankerbeting wird die Schiffsglocke installiert. Wieder ein kleines Modell im Modell. Allerdings ist die Glocke selber nur zweidimensional enthalten. Ich schleife sie mir aus eine Holz Rundstab zurecht und pöne sie mit Goldfarbe.



    Die Mastkragen sind ebenfalls an Ort und Stelle und so füllt sich das Deck allmählich.


    An Bord sieht es mittleweile so aus.




    Und noch eine Totale.



    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Vielen Dank Christian und allen likern! Ich freue mich, dass Euch mein Wöfchen gefällt!



    Ahoi Seeleute


    Als nächstes waren die Niedergänge an der Reihe. Dabei fällt mir auf, dass jeweils zwei auf das Achterdeck und zwei auf die Reling zu den Jakobsleitern führen. Auf das Backdeck gibt es keine Treppen. Sollten da nicht auch welche sein?



    Nach den Baunummern, und ich habe mich bisher eigentlich mehr oder weniger daran gehalten, folgt nun die Schiffslaterne. Diese wird aus winzigsten LC-Teilen zusammen gebaut und sieht golden eingefärbt richtig hübsch aus, finde ich. Ich werde sie aber zur Seite legen und erst ziemlich am Schluss anbringen, da ich befürchte, sie während der Takel-Arbeiten -zigmal abzureissen.



    Und nun ist die Zeit gekommen,mich mit den Geschützen auseinander zu setzen. Ich habe mir lange überlegt, wie ich die Kanonenrohre anfertigen soll.
    Meine Experimente führten mich zu folgender Lösung:


    Aus 3mm-Buchen-Rundleisten, die ich zu diesem Zweck in den Akkuschrauber einspannte, "drechselte" ich die Rohform der Rohre.



    Am hinteren Ende klebe ich zwei unterschiedliche Rondellen aus 0,5mm Karton auf.



    Die "verschiedenen Ringe" um die Rohre (weder ist mir der Korrekte Ausdruck dafür, noch deren Zweck bekannt, vielleicht weiss jemand mehr?)
    werden mit einem mit Akkupunkturnadel aufgetragenen feinsten Weissleim-Streifen dargestellt. Ebenso die Rundung am hinteren Ende der Rohre.



    Mittig werden sie mit 0,6mm durchbohrt und ein versteiftes Takelgarn-Stück als Lafetten-Auflage dirchgesteckt und verklebt.
    Am vorderen Ende bohre ich die Rohre ein, dass sie eben auch nach Rohren aussehen. Zum Schluss werden sie mit schwarzer Acrylfarbe eingefärbt.



    Besser kann man es immer machen, aber für mich stimmt diese Lösung eigentlich recht gut. Urteilt selbst!


    Soviel für heute.


    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Die "verschiedenen Ringe" um die Rohre (weder ist mir der Korrekte Ausdruck dafür, noch deren Zweck bekannt, vielleicht weiss jemand mehr?)


    Es sind Verstärkerringe, soviel weiß ich. Und jetzt kommt der Glaubensteil: Ich glaube, dass sie dafür da waren, zu verhindern, dass sich das Rohr bei häufigem, kurz aufeinander folgendem Abfeuern, aufgrund der enormen Hitzeentwicklung ausdehnt. Druck und Temperaturen der Pulverexplosionen im Rohr setzen gewaltige Kräfte frei, die dem Metall heftig zusetzen. Mit der Zeit fangen die Kanonen dann auch beim Abfeuern an zu bocken, was daran liegt, dass sich das Rohr ausgedehnt hat und die Kugel dadurch darin "flattert", also zu viel Spiel hat. Kann man mit einer Waschmaschine, in der wenige große, stoffdicke Stücke gewaschen werden, vergleichen. Die Verstärkerringe verhindern wahrscheinlich zu einem gewissen Teil diese Rohrausdehnungen.
    Aber, wie gesagt, dass ist das, was ich mir so zusammenreime; habe jetzt auf die Schnelle in meinen Büchern nichts dazu gefunden.

    Deine Wummen sehen auf jeden Fall echt gefährlich aus! :thumbsup:


    Auf das Backdeck gibt es keine Treppen. Sollten da nicht auch welche sein?

    Ich kenne dieses Problem, auch bei meiner Mercury ist Gelenkigkeit, Kraft und Können gefragt, um auf das Vordeck zu gelangen. Ich habe mir sagen lassen, dass das durchaus nicht unüblich war, man sieht es bei verschiedenen Schiffen. Bei der Behändigkeit der Seeleute denke ich aber, dass sie auf der Reling entlangliefen oder auf die Kanonen gestiegen sind, die am weitesten vorn in der Kuhl standen. Ist ja schließlich kein Ausflugsdampfer! :D


    Und dass du die Laternen erst zum Schluss anbringen willst, kann ich nur begrüßen. Zum einen ist die Gefahr des Abreißens beim Bauen viel zu groß, zum anderen ist es nochmal ein kleines Highlight, sein Modell mit so einem glanzvollen Teil zu vollenden. ^^

  • Deine Kanonen sind schick.
    Wegen der Ringe schau ich mal was ich so finde.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Deine Kanonenrohre sind wirklich eindrucksvoll. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe selbst mal mit Eigenbauten aus Rundleisten experimentiert. Leider nicht mit Deinem Ergebnis.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • @Peter_H


    Sehr schöne Details!
    Die Niedergänge und die Laternen, echt Super. :thumbup:
    Bei den Kanonen dachte ich bei dem ersten Foto, wir sind auf der Kegelbahn ;)
    Wolltest du unbedingt die Dinger selber drechseln? Oder gab es in dem Maßstab keine im Zubehörhandel?


    Auf jeden Fall, eine Augenweide!!


    Gruß
    Oeli

  • Prima, Peter.
    Ich hoffe Du hast die Trunnion unterhalb der Mitte angesetzt. Sonst liegt dein Rohr zu tief in der Lafette.


    Brian Lavery gibt in "The Arming and Fitting of English Ships of War" verschiedene Bezeichnungen an. Um 1800 (aber auch schon eher) war das Rohr in 3 Teile aufgeteilt, von hinten inRichtung Mündung: first reinforcement, second reinforcement und chase. Dir großen Ringe werden entsprechend First bzw. Second reinforcement ring genannt. Auf dem chase sitzen zwei weitere Ringe die astragale heißen. Am muzzle astragal beginnt der Mündungsbereich (das muzzle). Das hintere Ende des Rohres wird Cascable genannt.


    Wenn ich Zeit habe, werde ich eine meiner Zeichnungen entsprechend beschriften. Dann sollte die Beschreibung deutlicher werden.

    Gruß Christian


    In der Werft: HMS Trition, 1773
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

    Einmal editiert, zuletzt von AnobiumPunctatum ()