HMS Wolf 1:96, ein Papiermodell von Shipyard

  • Hallo Christian


    Ich schaue mal was sich machen lässt. Die Teile sind über etwa vier Bögen verteilt. Wie ich festgestellt habe, hat das Beiboot keine Zweitbeplankung, diese musst Du Dir selber schnitzen. Ich werde noch schauen, ob ich dieses verwende oder mich woanders bediene. Vermutlich waren es ja ohnehin in Wirklichkeit deren zwei. Wie Du ja nebenan gesehen hast, liegt die Vermutung nah', dass ein 24ft. Kutter und ein 16ft. Longboat dabei waren.


    LG
    Peter

  • Ahoi Seeleute


    Kleinkram ausserbords:
    Jeden dritten Tag klettert bei Jack und Stephen jemand ausserbords diese Stufen hoch. Nur, wie heissen die nun?
    Judasleiter? Nein, das sind die Ohren.... Markusleiter? Hmmm, das war doch der Platz in Venedig....
    Peterleiter? wäre zu egoisitsch und der Name ist für grösseres im Vatikan vergeben....
    JAKOBSLEITER.....(Waren das nicht die Muscheln und der Pilgerweg?) Egal, so war's :huzzah:
    Die Stufen werden aus dem LC-Satz aus drei Teilen zusammengeklebt, was definitiv falsch, zu dick, ist. Mit zwei Teilen bekommen wir da eine Dicke von 2mm, was sicherlich ausreicht.



    Die Ankerscheuer werden angebracht,



    und dann geht's an die Rüsten.
    Auch diese entnehme ich dem LC-Satz. Hier zeigt sich ein grosser Mangel des Detailsatzes, der Karton. Die Streben (ich nenne sie nun einfach mal so) sind sehr klein und aus 1mm Pappe. Der Karton (leichte Finnpappe) ist so weich, dass mir jede zweite beim Heraustrennen aufspaltet.
    Nach dem stabilisieren und einfärben verklebe ich sie an den Teilen mit dickflüssigem Sekundenkleber, dadurch werden sie nochmals verstärkt.
    Die Rüsten selber werden jeweils aus zwei Teilen zusammengeklebt, die aus unterschiedlichen Stärken und somit auch aus unterschiedlichen Kartonqualitäten bestehen. Durch das Zusammenkleben fällt das nicht ins Gewicht, aber man fragt sich schon, warum hier nicht mit gleichen Materialqualitäten gearbeitet wurde. (Der LC-Satz ist nicht von Shipyard und der Verlag rät angeblich vom Kauf ab. Bisher muss ich aber sagen, dass der Satz dennoch mehr Erleichterung als Ärgernis war.)




    Das Ruder wird insgesamt auf 2mm verstärkt und mit den entsprechendne Beschlägen versehen.
    Zuletzt schiebe ich es in die entsprechende Öffnung am Heckspiegel und verklebe es punktuell mit den Beschlägen am Steven.



    Auch auf Deck geht's los mit Kleinkram.
    Der Eingangsbereich zur Kapitänskajüte wird überdacht und auf dem Achterdeck bringe ich eine erste Reling an.


  • Nach dem Kleinkram mal wieder ein Rundgang um das bisher geschaffte.





    Das Modell macht enorm Spass und ich könnte schon jetzt ständig einfach davor sitzen und es betrachten. Die Ästhetik dieser Schiffe war damals schon traumhaft. Ich weiss schon, warum ich mein Herz an diese Schiffe verloren habe <3


    Schönen Sonntag und Freundliche Grüsse
    Peter

  • Genau so empfinde ich das auch. Und das schöne daran ist, dass diese Freude am Geschaffenen mich durch den ganzen Bau begleitet.


    Best regards


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Ja, das mit der Geduld, ich kann ein Lied davon singen. Vielleicht bekommt man das irgendwie und irgendwann besser in den Griff.
    Aber, ich finde es wichtig, überhaupt das Modell fertig zu bekommen.
    Achso, gefällt mir wieder außerordentlich gut was du hier zeigst :thumbsup::D


    Liebe Grüße
    Oeli

  • Genau so, Angarvater, Danke!


    Herzlichen Dank Oeli!


    Ahoi Seeleute


    Viel Arbeit, wenig Ertrag. Wer von uns kennt das nicht?
    So habe ich heute lediglich die Riemenpforten-Deckel geschafft. Ich gestalte sie geschlossen, da ich das Schiff auf jeden Fall ohne die Riemen darstellen werde. Auf den Deckel ist ein aufzudoppelndes Scharnierband in Bogenform vorgesehen. (s. Aufdruck)



    Diese Aufdoppelungen sind seltsamerweise nicht im LC-Satz enthalten. Ich hatte weiter oben schonmal die scheinbare Willkürlichkeit der Teileauswahl angesprochen. Das hier ist ein Paradebeispiel. Die Dinger von Hand auszuschneiden...ich hab's versucht und bin gescheitert.
    Ich habe mich dann damit begnügt, die Verlängerung der Scharnierbänder auf die Bordwand mit einem Tupfer schwarzer Farbe zu ergänzen.



    Nach den Baunummern sind nun die goldenen Ornamente dran.
    Und da muss ich ein weiteres mal den LC-Satz kritisieren. Diese Ornamente sind sog. 3D-graviert. Aber einfach ein bisschen mit dem Laser planlos drübergeschraddelt ergibt einfach kein brauchbares Ergebnis. Ich habe Euch zum Vergleich die Teile aus dem Bogen und die LC-Teile nebeneinander fotografiert.





    Ich werde hier definitiv, schweren Herzens die Teile aus dem Bogen verwenden. Die 3D-Wirkung der feinen Details ist hier sehr schön gemacht und stellt definitiv mehr dar als die LC-Teile. Vielleicht werde ich versuchen analog der Yacht hier mit punktuell eingesetzter Godlfarbe etwas mehr Tiefe rein zu bringen, vielleicht lasse ich es aber auch ganz sein.


    Zum Vergleichen habe ich Euch mal die Galionsfigur aus dem LC-Satz der Santa Leocadia fotografiert.



    Dieser Satz ist von GPM. Derjenige von der Wolf weiss ich nicht, wer diesen gemacht hat. Aber die SL-Galionsfigur ist um Längen schöner graviert und sicher mit Goldfarbe versehen eine Augenweide.


    So viel für heute.
    Euch allen einen guten Wochenstart und freundliche Grüsse
    Peter

  • Ahoi Seeleute


    Danke, Aga, für Dein Like!


    Zierelemente:


    Nachdem ich hier viele Versuche gemacht habe, habe ich mich nun definitiv entschieden wie weiter.
    ZumEinen habe ich versucht, die Elemente aus dem Bogen zu "dreidimmensionaqlisieren" indem ich sie mit Weissleim und Farbe versucht habe zu modellieren. Allerdings ist das Ausschneiden dieser zierlichen, geschwungenen Teile aus 0,5mm Karton praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Auch war ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden.
    Dann habe ich die LC-Teile goldfarben eingefärbt und mal so betrachtet. Auch nicht wirklich befriedigend.
    Also eine Kombination: Die LC-Teile nach Vorlage der Originalteile etwas nachmodellieren. Naja....
    Was könnte ich noch machen? AlleTeile selber von Anfang an modellieren? nur wie? Aus Gold giessen? (die Einrichtung dazu hätte ich ja... :D )


    Schweren Herzens habe ich mich für die Variante der letzten Versuche entschieden. Die Teile sind zwar nach wie vor nicht der Brüller, aber wenigstens wirken sie teilweise ein wenig plastischer und nicht so, wie wenn sie von Schädlingen komplett zerfressen wären, wie direkt aus dem LC-Satz. Hier sit meinerMeinung nach noch gewaltig Handlungsbedarf seitens des Heruasgebers.


    Nun,die Teile sind nun angebracht und als Gesamtbild doch recht schmuck. Man darf einfach nicht zu nahe hinschauen. Aber urteilt selbst.





    Die Muschelartigen Elemente unter den seitlichen Fenstern sind auf den Fotos leicht schief. Das habe ich erst nach dem Hochladen der Fotos bemerkt und sie zwischenzeitlich noch neue ausgerichtet...


    Freundliche Grüsse
    Peter

  • So richtig prümmig sehen die Ornament leider echt nicht aus.
    Die Heckgalerie geht ja noch, aber der Löwe? Sieht aus wie früher meine Tröpfelburgen am Strand.
    Das ist sicher mit dem Material Papier nicht anders machbar.
    Hier wäre ein Zurüstsatz aus Messingguss oder Resin angesagt.
    Schade.
    Aber sonst fein gebaut und aus dem gegebenen das Beste rausgeholt.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Lies rich@'Speedy'prümmig! Da steht prümmig! dash
    Danke für den Hinweis


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
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  • Ahoi Seeleute


    Ich weiss zwar nicht, was prümmig ist,aber ich kann es mir vorstellen.
    Es gäbesicherlich Methoden aus Resin, oder Holz,3D-Druck, etc. Aber ist das noch Kartonmodellbau?
    Zudem ist schnitzen garnicht mein Ding. Nein, auch wenn es nicht "prümmig" (oder doch Prämie?) aussieht, ich werde ev. noch ein bisschen Kosmetik versuchen, aber sonst bleibt das mal so.


    Nun aber:
    Frage zu Pinne/Steuerrad

    Mittlerweile ist es ja bekannt, dass es ernsthaft angezweifelt wird, dass die WOLF nicht wie im Bogen vorgesehen mit einem Steuerrad, sondern nur mit der Pinne gelenkt wurde. Nun habe ich im Netz gesucht. Jede Uweimaster-Sloop aus dieser Zeit hat eine ander Pinnenform,wenn diese überhaupt sichtbar ist. Auch ist die Länge der Pinne nicht wirklich ableitbar. Nun bin ich auf die Hilfe der Spezialisten hier angewiesen.
    Wie soll ich das machen?
    Auch ist in der BA vorgesehen,dass vor der kurzen Pinne (Pfeil) eine Art Lüfter (Pfeil) vorgesehen ist. Dieser kann ja im Falle einer grossen Pinne hier nicht sein. Wo sonst? Und zuletzt die Frage, wo steht das Kompasshäuschen wenn das Schiff mit der Pinne gelenkt wird?



    Fragen über Fragen... :D


    Danke für Eure Hilfe
    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Völlig unbedarft würde ich meinen, stünde es immer noch mittig, denn mehr als 10° wird man die Pinne "auf Kurs" bestimmt nicht gelegt haben.
    Höchstens während eines Manövers mehr. Beim Wenden oder Halsen folgen die Rudergänger aber nur den Befehlen des WOs und müssen den Anliegenden Kurs gar nicht kennen.
    Alternativ waren unsere Vorfahren aber auch nicht ganz doof und hätten bestimmt ne Tochter an den Kopf der Pinne geschraubt.


    Ich danke übrigens für die Erklärung, dass an der Gallion ein Löwe prangt. Im Halbschlaf hatte ich es für ein Seepferdchen gehalten.
    Nicht despektierlich gemeint, ich war wirklich noch nicht wach! :wf:

  • Bevor ich mir erlaube, hier mit Ratschlägen zu kommen, möchte ich "Hochachtung, Anerkennung, Demut" gegenüber Deinem bisherigen Werk ausdrücken.


    Könnte nicht auf eine neue, weil saugfähige, Karton-Silhouette des Löwen, etwas (aus feinem Papiermehl selbst hergestelltes - hier ist ein wenig mit der Konsistenz und dem Leim- oder Kleberanteil zu experimentieren) Pappmaché aufgebracht, und vor dem Verfestigen mittels einer Nadel, oder nach dem Verfestigen, mittels einer Minifräse, bearbeitet werden?


    Dann wäre es immer noch puristischer Kartonmodellbau.


    Habe ich in dem Masstab auch noch nicht versucht. Ist wohl eher was für die Dentallaboranten unter uns.

    "Certainement qui est en droit de vous rendre absurde, est en droit de vous rendre injuste."
    Voltaire in "Ouveres komplettes de Voltaire" 1784, S. 447

    Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, kann dich auch veranlassen, Unrecht zu begehen.

  • Vielen Dank Euch beiden!
    Was Dein Vorschlag @Deetjen angeht, so geht für mich Modellieren in die gleiche Kategorie wie schnitzen und das kann ich nicht. Das Ergebnis wäre mit Sicherheit deutlich schlechter...


    Ahoi Seeleute


    Da ich die Frage um die Pinne auch andernorts an Spezialisten gerichtet habe, ist nun eine geballte Ladung Fachwissen zusammen gekommen, das sich im grossen und ganzen deckt.
    Das Fazit:
    Steuerrad war wohl eher kaum auf der Wolf. Dafür die Pinne länger. Diese sollte so lang sein, dass sie bei einem Wendewinkel von 30 bis 35 Grad nicht an oder über die Bordkante ragt und am Vorderen Ende eine Höhe haben, dass sie bequem bedient werden kann.
    Aufgrund von Plänen habe ich mich für eine gekröpfte Variante entschieden, die zum Ruder hin konisch verläuft.


    Die Pinne habe ich mit 0,8mm Draht, den ich mit einem zu einem Dreieck geschnittenen Seidenpapier umwickelt habe, gefertigt.
    Am vorderen Ende ist ein runder Knauf, den ich miteinem Tropfen Weisleim gemacht habe.



    Und so sieht das ganze nun an Bord aus.



    Den Lüfter/Schornstein habe ich erstmal weg gelassen, vielleicht finde ich da noch brauchbare Angaben/Abbildungen.


    Zusätzlich habe ich die Gräting und die Ladeluken samt Deckel gemacht. Letztere habe ich dem Bogenentnommen, die anderen Teile dem LC-Satz.



    Guten Wochenstart Euch allen und freundliche Grüsse
    Peter

  • Sieht gut aus.
    Passt zu den Pinnen die man im Original so findet.
    Lüfter?
    Einen Schornstein gibt es über der Back, da da der Herd des Smutje stand, damit der Kohlenrauch nach vorn verwehen konnte und nicht über die ganze Deckslänge zog.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Vielen Dank Christian und Aga!


    Ja, der Schornstein wird auf oder unmittelbar hinter der Back sein. Auf dem Achterdeck werde ich ev. seitlich einen Kamin von der "Heizung" der Kapitänskajütte anbringen, anstelle des im Bogen vorgesehenen grossen, direkt vor dem Steuermann anzubringenden Lüfters/Schornsteins.


    Ahoi Seeleute


    Kompasshäuschen


    Ein winziges Modellchen im Modell, das aus dem LC-Satz oder aus dem Bogen gebaut werden kann.Da ich die Anpinslerei nicht mag, mit der Qualtiät des LC-Kartons so meine Mühe habe und zudem lieber mal wieder klassischen Kartonmodellbau betreiben möchte, Baue ich es aus dem Bogen.
    Vorder- und Rückseite werden aus drei Teilen verdreifacht. Dabei werden die Fenster ausgeschnitten und zwischen zwei Lagen klebe ich ein Stück Folie von einem Mon Cherrie :pf:
    Die Laterne in der MItte wird als Zylinder geformt, die Kompasse auf 0,5mm verstärkt.




    Zu guter Letzt wird das Häuschen geschlossen.



    Nur, wo kommt es nun hin? Lt. BA würde es ja vor dem Achterdeck auf dem Hauptdeck (vor dem Steuerrad stehen. Da ich mich aber für dien Pinne zum steuern entschieden habe, wird e wohl auf dem Achterdeck, nach Mondfeld vor dem Steuermann stehen. Ich habe es mal hingestellt, wo ich es vermute. Stimmt das nun so?



    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Sieht gut aus. Ich schau mal ob ich was finde.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
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