Kleines Expeditionschiff (Golden Hind ?) nach Plänen von Hoeckel

  • Heute wurden alle Pfortendeckel montiert.


    Hier mal einer in der endgültigen Bauweise.

    Wenn auch noch ohne Kanonen, Golden Hind zeigt die Zähne.




    A prospos - ab Morgen werden die Lafetten gebaut und die Kanonenrohre bearbeitet. Wie die G H bewaffnet war ist nicht genau bekannt. Drake hat, zumindest bei den nächsten von ihm geplanten und geleiteten Neubauten - keine als Handelsschiffe getarnten Kampfeinheiten, sondern Schiffe der Königin - auf Bronzekanonen bestanden. Ihm waren die inzwischen auch schon recht guten englischen Eisenstücke noch nicht gut genug, daher trimme ich die Rohre für die GH auf Bronze.


    Cheers!


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Sieht gut aus.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.
    „Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Schön daß Euch die GH gefällt.


    Heute habe ich die Rohre der Hauptartillerie mit Hilfe von Künstleracrylfarbe von Messing in Bronze verwandelt. Es handelt sich um ein Altgold abgetönt mit etwas Schwarz. Beides von Schmincke. Wie Bronze im Kanonenguß aussah kann ich nur schätzen. Ich gehe von der hier von mir abgemischten Tönung aus. So in etwa sehen nämlich die "gealterten" Bronzeschnallen von Ledergürteln aus. Andererseits hat unsere (Schiffs-) Türglocke seit 35Jahren ihren sehr hellen fast goldenen Farbton behalten. Aber das Ding hängt ja vor Wind und Wetter geschützt in der Küche.


    Egal, hier die Artillerie.



    Im Vordergrund zwei der Drehbassen (noch nicht bronziert) die in etwa den damals als Bordwandkanonen häufig verwendeten Kammerbüchsen entsprechen. Von diesen Stücken werden voraussichtlich vier auf der Heckgalerie stationiert. Ein Wort zu diesen Waffen. An etlichen Stellen der Literatur über die Golden Hind und anderen Galeonen wird etwas abfällig geschrieben, daß die Bordartillerie so "schwach" war, daß sie keine gegnerische Bordwand durchschlagen konnte. Das stimmt wohl nur für die Drehbassen. Aber diese Waffen wurden ja nur gegen die gegnerische Mannschaft, sei es beim Entern als unterstützendes Feuer oder bei der Abwehr von Enteren eingesetzt. Bestimmt kein Spaziergang durch ein Sperrfeuer aus den Kammerbüchsen zu entern, da diese sowohl mit Vollkugeln als auch mit Schrapnells schoßen. Die Schußfolge war für damalige Verhältnisse hoch, da die Bassen als Hinterlader sehr zügig wieder geladen werden konnten.


    Wenn man die Hauptartillerie, wie man sie auf dem Wrack der Mary Rose gefunden hat, betrachtet, so waren das mächtige Kanonen die sehr wohl einen Gegner durchdringen und auch versenken konnten.


    Die von der "Gießerei" mit gelieferten Schildzapfen waren zu dünn, sodaß ich auf diese 2mm Teile 5mm Messingrohrstutzen aufgezogen habe. Verfahren: innere Bohrung der Rohre auf 1.9mm aufbohren und auf die ursprünglichen Zapfen mittels leichten Hammerschlägen auftreiben.



    In Modellbauforen wird immer wieder die Frage nach der Tamponierung der Kanonen diskutiert. Wenn ich die Stücke ausgerannt zeige heißt das, daß sie in Gefechtsposition sind. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, daß man im Gefecht, oder kurz vor dessen Eröffnung die Mündungen mit Tampons geschlossen hielt. Entweder hätte man die Dinger mit dem ersten Schuß dann ausblasen müssen, oder die Stücke nochmal binnenbords holen um die Mündungen frei zu machen.


    Derzeit wird das Holz für die Lafetten zugerichtet, sodaß Morgen der Lafettenbau losgehen kann.


    Best regards


    Angarvater

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