An Gorta Mór Die grosse irische Hungersnot 1845-1849

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    • An Gorta Mór Die grosse irische Hungersnot 1845-1849

      Noch ein altes Fundstück...

      Als Quellen haben mir
      Die englische Wikipedia
      www.historyplace.com
      Flyer vom Famine Ship Dunbrody
      gedient.

      Teil 1: Entwicklung Irlands im 19.Jahrhundert

      Seit der Eroberung Irlands durch die Normannen 1169 nahm der Anteil irischer Landbesitzer beständig ab. Im 16 Jahrhundert (unter den englischen Königinnen Mary und Elizabeth) wurde die Landwirtschaft immer mehr von einer bäuerlichen Nutzung in eine Plantagenwirtschaft überführt. Letztlich auch als Folge der Züge Cromwells durch Irland: Verdienten Soldaten Cromwells wurden ehemalige Klosterbesitzung und Ländereien irisch-katholischer Adliger überschrieben. Dies führte zu einer Enteignung irischer Bauern und Schaffung einer protestantischen Oberschicht im katholischen Irland.
      Die katholischen und presbyterianischen Iren wurden immer mehr durch die Landlords unterdrückt, die der Church of Ireland (als Ableger der Church of England) angehörten.
      Die Landlords häuften riesige Ländereien an. Das irische Erbrecht (Primogenitur) wurde abgeschafft. In diesem erbte der älteste Sohn alles Land, wodurch die einzelnen Parzellen gross genug blieben eine Familie zu ernähren und Gewinn abzuwerfen. Nun wurde das System der „Subdivision“ eingeführt, wobei das Land gleichmässig auf alle männlichen Erben aufgeteilt wurde. Dies führte zu immer kleineren Parzellen, die niemanden mehr ernähren konnte. 70% der irischen Bevölkerung lebte direkt von der Landwirtschaft.
      Die Devon Kommission (benannt nach Lord Devon) stellte um 1840 fest, das 8 Morgen Land nötig sind um eine irische Farmersfamilie zu ernähren. Allerdings waren 45% aller Grundstücke kleiner als 5 Morgen und nur 7% grösser als 30 Morgen. Im ärmsten County Connacht (West-Irland) waren sogar 64% der Grundstücke unter 5 Morgen gross.
      In der Not der Iren, verkauften diese das Land einem Landlord und bestellten es in seinem Auftrag als Pächter („Tenants“). Hohe jährliche Pachtabgaben und immer kleinere Äcker führten zu einer immer ärmeren Landbevölkerung.
      Um die Ernährung der Pächter sicherzustellen, bauten immer mehr Bauern Kartoffeln an. Diese brachten genug Ertrag um mit einem kleinen Feld eine grosse Familie am Leben zu erhalten und schuf die Möglichkeit Getreide, bzw. weitere Früchte für den Landlord anzubauen. Neben dem Getreideanbau wurde noch Viehzucht zur Pachtbezahlung betrieben.
      Ein Regierungsbericht ging 1840 davon aus, das ein Drittel der gesamten irischen Bevölkerung nicht in der Lage war sich selbstständig zu ernähren, nachdem die Pachtabgaben bezahlt waren.
      Durch diese Situation und eine frühere Landwirtschaftskrise waren viele der grossen Güter in grossen Schwierigkeiten. Viele Ländereien waren hochverschuldet, um den aufwendigen Lebensstil Ihrer Eigner bei Hofe zu finanzieren. Dies führte im Gegenzug dazu das immer mehr für den Export bestimmte Güter angebaut wurden. Eine Lockerung des Navigation Acts (nur englische Güter durften in England verkauft werden) ermöglichte es nun auch irische Produkte ohne horrende Einfuhrzölle in England zu verkaufen. In guten Jahren reichte die Kartoffel um die irische Bevölkerung am Leben zu erhalten. Bei schlechteren Ernten wurde sie dezimiert. Gleichzeitig wuchs die irische Bevölkerung von 500.000 (1660) bis auf ca 9.000.000 (1841) Menschen an. Gezählt wurden 1841 nur etwa 8.1 Mio Menschen, aber man geht nach neuen Forschungen davon aus, das die Volkszähler entlegene Weiler einfach übersahen.
      Immer häufiger wurde jung geheiratet, damit man sich nicht mehr um die Kinder sorgen zu müssen...
      Nach den Revolten von 1797 und 1798 durch die United Irishman, sah die englische Regierung sehr kritisch die Situation in Irland und war besorgt, das eine neue Revolte Erfolg haben könnte. Um dies zu verhindern wurde ein umfassender Polizeiapparat eingeführt und jedes Vergehen mit drakonischen Strafen belegt.
      Irland hatte die höchste Deportations und Hinrichtungsrate im gesamten Empire!
      Parallel wurden die „Poor Laws“ 1838 auch auf Irland ausgedehnt. Durch diese Gesetze wurden die „Relief Commissions“ eingeführt, die dafür sorgten, das Familien unter dem Existensminimum Zuwendungen vom Staat bekamen und einen Job bekommen. Die Regierung wandte dafür aber kein eigenes Geld auf.
      Das Geld wurde fast ausschliesslich gespendet: von Queen Victoria, von irischen Angestellten der East India Company oder von Papst Pius IX. Aber auch von irischen Soldaten in Kalkutta und den Choctaw Indianern, die 710$ und Getreide spendeten, um zu demonstrieren das es ihnen vor kurzen nicht anders ging.
      Um es klar zu machen: Die grosse Hungersnot hatte noch nicht begonnen!

      Teil 2: Phytophtora infestans

      Die Kartoffel erfüllte ihren Zweck: auf kleiner Fläche brachte sie einen hohen Ertrag, sie war gut lagerbar und brachte ohne viel Arbeit eine grosse Familie gut über die Runden.
      Nachteil war aber das sie sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge war.
      Besonders die beiden in Irland kultivierten Sorten waren sehr empfindlich
      Bereits vor der grossen Hungersnot gab es lokale Hungersnöte.
      Zwischen 1816 und 1842 wurden alleine in Iralnd 16 Kartoffel-Missernten registriert.
      1842 tauchte in den USA ein neuer Kartoffelschädling auf: Die Kartoffelfäule (Potato Blight). Hervorgerufen wird diese Pilzerkrankung durch Phytophtera infestans.
      Nach Ausbruch der Krankheit werden zuerst die Knollen anschliessend auch die Blätter befallen. Wenn man braune Stellen auf den Blättern findet ist die Kartoffel bereits ungeniessbar. Mit fortschreiten des Pilzbefalls verwandelt sich die Karoffel in „schwarzen Matsch“.
      Besonders in feuchten Sommern verbreitet sich Phytophtora Infans sehr stark.
      1845 werden die ersten Ernteverluste in den Niederlanden, Belgien und Frankreich beobachtet. Da dort die Kartoffel nur bedingt die Bevölkerung ernährt, können die Ernteausfälle kompensiert werden.
      Im September 1845 zeigen sich in Irland die ersten braunen Blätter. Die Ernte ist fast vollständig vernichtet!
      Die Politik musste handeln, um die Ernährung der Landbevölkerung zu garantieren.
      Dies führt zu massiven Diskussionen, da sich grosse Teile des Parlaments gegen eine Einmischung in den Handel wehren. Wenn eine Regierung massiv ein Produkt aufkauft nimmt sie direkten Einfluss auf die Wirtschaft. Dies widersprach dem englischen Grundsatz des Laissez-faire.
      Premier Peel setzt sich darüber hinweg und kauft in den USA für 100.000 Pfund Mais. Dieser sollte über die bestehenden „Relief Commissions“ verteilt werden.
      Die politische Diskussion dreht sich nun um die Abschaffung der „Corn Laws“, das Einfuhrzölle auf ausländisches Getreide regelt.
      Für 1846 ist eine noch schlechtere Kartoffelernte zu erwarten. Durch einen nassen Sommer bricht nun auch die Erntemenge bei Weizen und Hafer ein.
      Peel erreicht zwar die Abschaffung der Carn Laws, aber seine regierenden Tories werden durch die Whigs abgelöst. John Russel wird Premierminister.

      Obwohl die Ernten schlecht sind müssen die Pächter die vollen Pachtzinsen zahlen.
      In den Häfen liegen weiterhin mehr Schiffe, die Lebensmittel nach England ausführen (Getreide, Bohnen, Erbsen u.v.a.m), als Schiffe die Hilfsgüter nach Irland bringen.
      Pächter werden mit Ihren Familien von den Höfen gejagt, wenn sie nicht mehr zahlen können. Zehntausende wurden vertrieben. Der Ballinglass Incident ist ein bekanntes Beispiel für eine solche Vertreibung.
      Da die Poor Laws es untersagen bot die Regierung den hungernden keine direkte Hilfe. Die Armen sollten in Armenhäusern unter erbärmlichen Lebensumständen angehalten werden sich selbst zu helfen. Was aber scheiterte.
      Initiativen den Lebensmittelexport zu unterbinden scheiterten an der Lobby der Landlords, die mit den Einnahmen versuchten ihren Lebensstandard zu halten und gleichzeitig ihre direkten Ländereien zu vergrössern, wenn sie ihre Pächter vertrieben.
      Einzig in der Schaffung von Arbeitsbeschaffungsmassnahmen half die Regierung. Hierfür wurden 7.000.000 Pfund aufgewendet.
      Die Landbevölkerung hungerte und starb weiter.
      Nach starken Schneefällen im Februar 1847 verschlimmerte sich die Situation. Die Geschwächten erfroren oder starben an Seuchen wie z.B. Typhus.
      1847 erholte sich die Kartoffelernte etwas, worauf die Regierung die Hungersnot für beendet erklärte.
      Aber auch 1848 und 1849 blieben die Ernten wieder aus.
      Die Bevölkerung erholte sich kaum, sodass noch 1851 berichtet wird, das verhungerte Tote an den Wegen liegen.
      Die Armut hatte Irland fest im Griff.
      1848 führten William Smith O`Brien und Charles Gavan Duffy die Bewegung „Junges Irland“ an, um eine Revolte zur Unabhängigkeit Irlands zu beginnen.
      Der schlecht organisierte Aufstand wurde unblutig beendet.
      In der Zeit der „Great Famine“ stieg naturgemäss die Zahl an Verbrechen an. Viele Iren sahen die einzigen Möglichkeit zu überleben darin ein Verbrechen zu begehen, um ins Gefängniss zu kommen. Im Gefängnis bekam man ja zu Essen!
      Die Gefängnissverwaltung des Dubliner Gefängnisses Kilmainham Gaol sah sich genötigt Schilder aufstellen zu lassen, worauf sie darauf hinweisen, das es nur noch eine Mahlzeit pro Tag gäbe. Während der Hungersnot war das Gefängnis massiv überbelegt. In Zellen für vier Gefangen waren oft nicht weniger als 20 Menschen eingepfercht. Viele der Straftäter wurde auch nach Botany Bay deportiert. So ist überliefert, das schon der Diebstahl eines Bagels mit 25 Jahren Deportation geahndet wurde. Der abschreckende Effekt fehlte aber, denn die Menschen waren am Ende, so dass sogar eine Deportation eine Verbesserung ihrer Lage bedeutete.
      Wieviele Menschen direkt durch die Hungersnot starben ist nicht bekannt.
      Die Kirchenbücher der Church of Ireland erfassten nur diejenigen, die sich den Kirchenzehnten leisten konnten. Viele der Register wurden 1922 bei einem Angriff auf das Zentralarchiv in Dublin durch die IRA vernichtet. Eine Volkszählung von 1851 ergab das noch 6.6 Millionen Menschen in Irland lebten. Damit lebten ca 3 Mio Menschen weniger in Irland als vor der Hungersnot. Davon sind ca 1.000.000 Menschen verhungert, der Rest war entweder ausgewandert oder Deportiert worden.
      In den nächsten Jahren ging die Bevölkerung durch weitere Auswanderwellen und überdurchschnittlich wenige Ehen auf 4.4 Millionen Menschen 1911.

      Teil 3: Auswanderung

      Als Folge der Hungersnot verliessen zwischen 1,5 und 2 Millionen Menschen Irland.
      Besonders in Richtung USA, Canada und Australien. Diese Länder versprachen für zupackende Menschen das gelobte Land zu sein.
      Die Realität sah zumeist anders aus. Zumindest in den USA blieben die Iren in den grossen Städten (New York, Baltimore, Boston) hängen, da ihnen die finanziellen Mittel für eine Weiterreise ins Hinterland fehlten.
      In diesen Städten bildeten sich starke irische Communities mit zum Teil mafiösen Strukturen (schaut mal den Film Gangs of New York, Scorsese übertreibt sicher, aber im Bonusmaterial zur DVD gibt es eine Dokumentation zu diesem Thema).
      Aber wie konnten sich verarmte Familien die Überfahrt leisten?
      Vielfach wurde alles verkauft was verkaufbar war, aber es gab auch eine Möglichkeit durch die Poor Laws an eine Überfahrt zu kommen.
      Die Poor Laws schrieben vor, das ein Landlord für den Unterhalt einer Pächtersfamilie aufzukommen hatte, wen das Familienoberhaupt seine Angehörigen nicht mehr versorgen kann (Invalidität, Krankheit, Tot). Dies führte dazu, das viele Landlords lieber die Überfahrt einer hungernden Familie bezahlten, als einige Wochen später alle durchfüttern zu müssen, wenn der Vater verhungert war.
      So wurden kranke und schwache Menschen auf Schiffe verfrachtet, um auf See zu sterben. Auch wenn bei Menschen eine beginnende Seuche festgestellt wurden, schickte man sie schleunigst an Bord....
      Eine durchschnittliche Sterblichkeit von 30% an Bord eines Auswandererschiffes waren normal. Die Mortalität von Neugeborenen und Säuglingen lag an Bord bei 100%.
      Da sich an den Grundlegenden Problemen der irischen Gesellschaft bis nach dem ersten Weltkrieg nichts änderte blieb es bei einer konstant hohen Auswandererrate.
      Heute hat Irland wieder gut 3,8 Millionen Einwohner (nach einem Tiefstand in den 1950ern von 2,5 Millionen).


      Soweit mein Beitrag, nun können wir diskutieren!

      Aga
      John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.
      „Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
      Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“
    • Re: An Gorta Mór Die grosse irische Hungersnot 1845-1849

      Ein wirklich interessanter Beitrag, der auch einen Teil der Gründe nennt, weshalb heute weitaus mehr Iren bzw. deren Nachfahren außerhalb Irlands leben als in Irland selbst.
      Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)
    • Re: An Gorta Mór Die grosse irische Hungersnot 1845-1849

      Danke für das Lob.
      Stimmt. Die Dubliners haben mal bei einem Konzert vor Jahren sinngemäß gesagt, "Ireland has only one export hit! People!"

      Aga
      John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.
      „Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
      Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“
    • Re: An Gorta Mór Die grosse irische Hungersnot 1845-1849

      Interessanter Bericht, es ist schon erstaunlich, was schlechtes Wetter und Pflanzenschädlinge bewirken können.
      Die Mißernten um 1816 waren wohl die Folge vom Ausbruch des Tambora auf Sumatra, deshalb heißt es ja auch "Das Jahr ohne Sommer" und auch die folgenden Jahre gab es mehr Regen als üblich.
      Es gibt auch Stimmen, die einen oder mehrere Vulkanausbrüche für die hohen Niederschläge und kalten Winter der 1840er verantwortlich machen.
      Auf Island brach z.B. 1845/46 die Hekla aus und Asche kam bis Großbritannien, auch andere Vulkane auf der Nordhalbkugel brachen zu der Zeit aus, allerdings ist über die Stärke der Ausbrüche wenig bekannt, denn die Gebiete waren damals dünn oder gar nicht besiedelt.
      Im Winter 1844/45 gab es aber sehr starke Niederschläge in ganz Europa und als Tauwetter einsetzte, kam es z.B. im März 1845 zur "Sächsischen Sinflut", einer der größten Hochwasserkatastrophen aller Zeiten an der Elbe, mit Wasserdurchflußmengen, die rund ein Viertel mehr betrugen, als das Hochwasser von 2002.
    • Danke für den umfassenden, informativen Beitrag.

      Zwar mag es komisch wirken, wenn hier auf einen 3 Jahre alten Beitrag geantwortet wird, aber für einen Neuling gibt es eben auch viele ältere interessante Beiträge.
      Wie ein "Re ...... " in die Titelzeile zu bekommen ist, habe ich leider noch nicht herausgefunden.

      Nun eine kleine ketzerische Anmerkung:

      In "Deetjen-Hall" (geklaut, ich geb's zu), hängt eine Urkunde über die Ablösung der an den Dienstberechtigten zu leistenden Abgaben. Dieser war keineswegs der Grundeigentümer, sondern lediglich berechtigt, in Abhangigkeit von der Hofgrösse, Spanndienste, Jagdlager, Abgaben in Naturalien und Anderes zu erhalten.

      Im Königreich Hannover wurde zum Zwecke dieser Ablösung und um den Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen zu verhindern, die Hannoversche Landeskreditanstalt geschaffen. Anders als in vielen anderen, insbesondere süddeutschen Ländern, sollte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Höfe erhalten bleiben. Primogenitur galt hier sowieso. Bereits nach 25 Jahren waren mehr als 75 % aller bäuerlichen Lasten abgelöst.

      Sinn der Vorrede, überall dort, wo der Adel einen stärkeren Einfluss hatte, wie natürlich auch in Irland, wurde stets versucht, die Höfe klein, ja teilweise unwirtschaftlich zu halten, um so an deren Land zu gelangen oder aber einfach seinen eigenen Einfluss zu erhalten bzw. zu erweitern.

      Als "Preis" der relativ grösseren seinerzeitigen Freiheit haben wir hier im Norden heute natürlich wesentlich weniger kulturhistorisch interessante Bauwerke. Süddeutsche sind geneigt zu behaupten, auch mit der Kultur und Ästhetik hapere es hier.

      Die Finanzierung der Auswanderung für, heute würden wir sagen, "sozial schwache Familien", oder sonstigen als Belastung empfundenen Personen, wurde hier im übrigen, zur Entlastung der Armenkassen, ebenfalls praktiziert.
      "Certainement qui est en droit de vous rendre absurde, est en droit de vous rendre injuste."
      Voltaire in "Ouveres komplettes de Voltaire" 1784, S. 447

      Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, kann dich auch veranlassen, Unrecht zu begehen.
    • Danke für das Feedback und Ergänzung @Deetjen.
      Die Kartoffelfäule hat sicher sehr die Armen in noch mehr Armut gestürzt.
      In Kontinentaleuropa gab es zu jener Zeit auch eine Häufung von Missernten, die sich aber nicht so katastrophal wie in Irland auswirkten, da hier eine mehr diversifizierte Landwirtschaft gab.
      Nicht nur Kartoffeln, da durch gab es hier mehr zu essen.
      Klar war die Pachtabhängigkeit ein Probates Mittel der Adligen das Landvolk zu kontrollieren.

      Aga
      John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.
      „Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
      Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“