Literatur Juli 2017

Literatur-Vorstellung Juli 2017:

Alexander Kent – Die Entscheidung: Kapitän Bolitho in der Falle

Wir schreiben das Jahr 1781: Alexander Kent lässt seinen Helden, den jungen Kapitän Richard Bolitho noch ein weiteres Abenteuer vor dem Hintergrund des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges erleben. Dabei gerät Bolitho nicht nur an Bord seiner Korvette Sparrow mehr als einmal in eine Falle…

Alles beginnt mit einer harmlosen Patrouille vor den Bahamas. Als jedoch Nachrichten über einen möglichen französischen Blockadebrecher das kleine Geschwader erreichen, nimmt das verhängnisvolle Schicksal seinen Lauf. Bolithos missgünstiger Vorgesetzter Colquhoun ignoriert zugunsten des eigenen Ruhms jegliche Bedenken seiner Untergebenen und ein tückischer Nebel im Morgengrauen tut sein übriges, so dass das Unternehmen letztlich mehr in einem Desaster als in einem Sieg endet. Beide müssen sich daraufhin in New York vor einem Kriegsgericht verantworten.
Aber auch die in den Kriegswirren liegende Stadt am Hudson River hält für Bolitho noch weitere Überraschungen parat. Einerseits ein Wiedersehen mit General Blundell und andererseits ein Zusammentreffen mit dessen Nichte, für die unser Held mehr als nur amouröse Gefühle entwickelt.
Doch der Kriegsalltag zwingt den Bolitho schnell wieder zurück auf See. Vor Newport soll er ein französisches Geschwader auskundschaften, wird aber von einem feindlichen Schiff entdeckt. Auf dem Rückweg stößt er mit einer Brigantine zusammen, die angeblich auf der Flucht vor einer spanischen Fregatte ist. Bolitho durchschaut das falsche Spiel und stellt den Gegner zum Kampf – nichtahnend, auf einen alten Feind zu treffen, der ihm nach dem Leben trachtet – ein folgenschweres Gefecht, das Bolitho nur durch Zufall überlebt.

Und während sich der junge Kapitän noch in dem Ruhm sonnen darf, seinem Vaterland einen hehren Dienst erwiesen zu haben, braut sich bereits neues Unheil zusammen. Denn auch das erhoffte Wiedersehen mit seiner vermeintlichen Herzdame entpuppt sich als blutige Falle einer Familienfehde.
Die größte Herausforderung liegt allerdings noch vor Bolitho, als er erfährt, dass die französische Flotte unter de Grasse den britischen Bewachern entkommen ist und General Cornwallis mit seiner Armee in Yorktown von jeglicher Rückzugsmöglichkeit über See abgeschnitten werden zu droht…

Alexander Kent führt in diesem Band verschiedene Handlungsstränge vor dem Hintergrund der Schlacht bei Yorktown bzw. der Seeschlacht im Chesapeake im September 1781 zusammen, an denen sich sein Held messen muss. Dabei liegen zwischen Sieg und Niederlage oftmals nur Kleinigkeiten; Zufall, Glück und Mut werden zu wichtigen Faktoren im Kriegsalltag, wie uns der Autor eindringlich vor Augen führt. Lediglich in der Liebesgeschichte lässt Kent Bolitho mehr als unbeholfen erscheinen und auch deren Ende wirkt stark konstruiert. Dafür entschädigt das großartige Finale im Chesapeake mitsamt der wehmütigen Rückkehr nach England.

Richard Howe

 

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